Call for Papers zum 12. Zukunftsforum Bildungsforschung
Bildung und Forschung in der Verantwortung
Ort: Pädagogische Hochschule Weingarten
Datum: 27. und 28. November 2026
Die Einreichung von Beiträgen ist bis 30. Mai 2026 möglich
In einer Zeit rasanter technologischer Entwicklungen, ökologischer Krisen, politischer Polarisierungen und tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen stellt sich die Frage nach der Verantwortung von Bildung und Bildungsforschung mit neuer Dringlichkeit. Pädagogisches Handeln und wissenschaftliche Reflexion sind dabei zunehmend mit normativen Erwartungen, gesellschaftlichen Problemlagen und politischen Zuschreibungen konfrontiert.
Bildungseinrichtungen sollen Orientierung geben, demokratische Resilienz stärken, Inklusion fördern, Nachhaltigkeit verankern und digitale Transformation gestalten. Zugleich steht auch die Wissenschaft selbst in einem Spannungsfeld: Einerseits wird von ihr gesellschaftliche Relevanz und evidenzbasierte Problemlösung erwartet, andererseits gilt es, epistemische Autonomie zu bewahren und politischer Instrumentalisierung entgegenzutreten.
Gerade die Bildungsforschung, die Bildungsprozesse im gesellschaftlichen Kontext analysiert, ist daher in besonderer Weise herausgefordert, ihr eigenes Verständnis von Verantwortung zu reflektieren.
Diese Herausforderung wollen wir im Rahmen des diesjährigen Zukunftsforums Bildungsforschung in vier Themensträngen bearbeiten. Dabei verstehen wir Verantwortung als normative Orientierung und als organisationale Praxis, die sich in konkreten Strukturen, Routinen und Interaktionen zeigt.
1. Leitbilder der Verantwortung: theoretische und historische Reflexionen
Der Begriff der Verantwortung ist ein zentraler, aber auch vielschichtiger Bestandteil pädagogischer Theorie und Praxis. Er wurde historisch unterschiedlich geprägt und steht in engem Zusammenhang mit philosophischen Denktraditionen sowie gesellschaftlichen und institutionellen Entwicklungen.
Mögliche Themen und damit verbundene Fragestellungen könnten u. a. sein:
- Welche historischen und normativen Grundlagen prägen den Verantwortungsbegriff in der Bildung und inwiefern wirken sie bis heute fort?
- Welche Leitbilder von Verantwortung bestimmen aktuelle Professionalisierungs- und Bildungsdiskurse?
- Wie verändert sich das Verständnis von Verantwortung im Kontext sozialer, ökologischer und politischer Herausforderungen?
2. Verantwortung im pädagogischen Handeln
Pädagogische Praxis ist von ständigen Entscheidungen geprägt, die nicht nur auf fachlichen, sondern auch auf ethischen und subjektiven Grundlagen beruhen. Verantwortung zeigt sich dabei im konkreten professionellen Handeln von Pädagog:innen.
Mögliche Beiträge können sich u. a. mit folgenden Fragen befassen:
- Welche Vorstellungen von Verantwortung leiten pädagogisches Handeln und wie werden diese begründet?
- Wie zeigt sich pädagogische Verantwortung im Spannungsfeld von beruflichen Anforderungen und praktischer Umsetzung?
- Welche Strategien entwickeln pädagogische Fachkräfte, um professionelle Verantwortung und gesellschaftliche Erwartungen in Einklang zu bringen?
3. Verantwortung im System: Strukturen, Prozesse und Aushandlungen
Verantwortung im Bildungssystem wird nicht nur von einzelnen Akteur:innen getragen, sondern auch durch organisationale Strukturen, Prozesse und Kooperationen geprägt. Bildungsorganisationen gestalten Verantwortung im Spannungsfeld gesellschaftlicher Herausforderungen und institutioneller Rahmenbedingungen. Im Fokus steht die Frage, wie Verantwortung auf organisationaler Ebene verankert, verteilt und handlungswirksam gemacht wird.
Hier sind Beiträge zu folgenden Fragen denkbar:
- Wie gestalten Bildungsorganisationen ihre Strukturen, Steuerungsprozesse und Entwicklungsstrategien, um Verantwortung zu übernehmen bzw. zu verteilen?
- Wie reagieren sie auf neue Anforderungen wie Inklusion, Digitalität, KI oder ökologische Transformation?
- Wie gehen sie mit politischer Polarisierung und demokratiefeindlichen Diskursen um (z. B. durch Prävention, Intervention, Professionalisierung)?
- Wie werden Verantwortlichkeiten mit externen Akteur:innen (z. B. Jugendhilfe, Zivilgesellschaft, Wirtschaft) ausgehandelt und welche Formen geteilter Verantwortung entstehen?
4. Bildung, Forschung und ihre Verantwortung in Zeiten des Wandels
Angesichts tiefgreifender sozialer und politischer Veränderungen wird Bildung zunehmend als Schlüssel für gesellschaftliche Transformation verstanden. Damit verbinden sich neue Anforderungen an das Bildungssystem, pädagogische Professionen und institutionelle Kooperationen.
Mögliche Beiträge können sich u. a. mit folgenden Fragen befassen:
- Welche neuen Verantwortungsaufgaben ergeben sich für das Bildungssystem und die Bildungsforschung im Kontext globaler Transformationen?
- Welche Konsequenzen hat dies für die Professionalität von Pädagog:innen sowie für institutionelle Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen?
- Welche Formen der Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen, Forschung, Politik und Zivilgesellschaft sind erforderlich, um Verantwortung zu teilen und umzusetzen?
Das Zukunftsforum Bildungsforschung bietet als Nachwuchstagung der Graduiertenakademie einen Raum für interdisziplinären Austausch und die Präsentation innovativer Forschungsarbeiten. Wir möchten bewusst Brücken zwischen verschiedenen Disziplinen und Perspektiven bauen. Daher laden wir (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen herzlich ein, ihre Arbeit zu präsentieren und zu diskutieren und mit erfahrenen Forscher:innen sowie Peers in den Austausch zu kommen.
Zu diesen und ähnlichen Themen bietet das Zukunftsforum Bildungsforschung als Nachwuchstagung der Graduiertenakademie einen Raum für interdisziplinären Austausch und die Präsentation (laufender) Forschungs- und Qualifikationsarbeiten. Wir laden alle (Nachwuchs-) Wissenschaftler:innen herzlich ein, ihre Arbeit zu präsentieren und zu diskutieren und mit erfahrenen Forscher:innen sowie Peers in den Austausch zu kommen.
Eingereicht werden können:
• Einzelvorträge (20 Minuten): Titel des Vortrags, Abstract (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen, exkl. Quellenverweise und Referenzen), max. 3 Schlagworte zur Verortung im Rahmen der Ausschreibung, Kurzlebenslauf.
• Posterpräsentation (max. 5-10 Minuten Präsentation): Titel der Posterpräsentation, Abstract (max. 2.500 Zeichen, exkl. Quellenverweise und Referenzen), max. 3 Schlagworte zur Verortung im Rahmen der Ausschreibung, Kurzlebenslauf.
• Symposien (90 Minuten): Titel und Kurzbeschreibung des Symposiums. (max.1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen), Nennung eines Chairs, ggf. Nennung eines:r Diskutant:in, Abstracts von 3 Beiträgen (je max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen, exkl. Quellenverweise und Referenzen), Kurzlebensläufe aller Beitragenden.
Alle Einreichungen sollen bis spätestens 30. Mai 2026 über das Einreichformular auf der Tagungsseite hochgeladen werden:
Wir freuen uns über zahlreiche Einreichungen und rege Beteiligung!
Reviewprozess: Alle eingereichten Beiträge werden in einem Feedbackprozess durch das Scientific Board begutachtet. Eine Entscheidung über die Annahme Ihres Beitrags und Feedback zum Beitrag erhalten Sie ab Ende Juli 2026.
Es wird ein Tagungsbeitrag von 45 Euro erhoben. Die Anmeldung zur Tagung (für angenommene Beitragende und Teilnehmende ohne eigenen Beitrag) ist ab Mitte September möglich.