Mikropolitik in der Wissenschaft (Online-Workshop für Mentees)

Datum und Uhrzeiten
(Online-Präsenzzeiten)

10. November 2022
09:00-16:00 (Do)

 
Beschreibung

Das Wissenschaftssystem zeichnet sich durch eigentümliche Institutionen und hierarchische Organisationsformen aus, in denen häufig kontrollierende Instanzen fehlen und unklare Kompetenzen bestehen. Unabhängig davon, ob Sie auf den oberen, mittleren oder unteren Ebenen ihrer Einrichtung aktiv sind, machen Sie früher oder später die Erfahrung, dass Fachkompetenz und sachliche Auseinandersetzung allein nicht zum Ziel führen. Formale Regelwerke werden umgangen, Absprachen werden nicht eingehalten, institutionell definierte Verantwortlichkeit erweist sich bei einer Entscheidungsfindung als unwichtig, rivalisierende Lager beeinträchtigen die Zusammenarbeit, …


Manche Abläufe werden als ausgesprochen unproduktiv oder frustrierend erlebt. Unverständnis, Ärger und andere schlechte Gefühle können uns dabei viel Energie rauben. Erlebt wird aber auch, dass durch das Erfassen von Situationen, geschicktes Kommunizieren und machtbewusstes Vorgehen schwierige Situationen gemeistert werden können.


Mit dem organisationstheoretischen Konzept Mikropolitik können wir Manifestationen des alltäglichen Aufbaus und Einsatzes von Macht in Organisationen systematisch begreifen. Mikropolitik bedeutet aktive Einflussnahme auf das Geschehen in Organisationen. Dabei geht es nicht nur um das Kommunikationsverhalten von Führungskräften. Überall werden Eigeninteressen (die durchaus ethisch motiviert sein können) verfolgt und individuelle oder kollektive Strategien zur informellen Einflussnahme oder zur Vermeidung von Kontrolle eingesetzt. Informelle, offiziell nicht sanktionierte Praktiken – mikropolitische Spiele – wirken nicht selten stärker als die formal geregelten Abläufe. Dabei ist offen, ob anderen genutzt oder geschadet wird.


Mit diesem Workshop wird die Möglichkeit geboten, auf der Basis eines theoretischen Zugangs Machtprozesse im eigenen Umfeld sowie eigene Rollen in mikropolitischen Spielen – als „Opfer“ oder als „Agierende“ – zu reflektieren.

Inhalte und Themen

Folgende Inhalte werden im Kurs behandelt:

  • Wissenschaftssystem und -organisation
  • Konzepte: Mikropolitik, Machtspiele, Machtressourcen
  • typische ‚Arenen‘ und Praxisfälle (zielgruppenbezogen)
  • Spieldynamiken: Rollen / Spielpositionen
  • mikropolitische ‚Werkzeuge‘: Analysen, Reflexionen, kommunikative Techniken
 
Phase im Qualifikationsprozess

x Postdocs: Karriereplanung, Drittmittelaquise, Führungskompetenzen etc.

Lernergebnisse/ Kompetenzen/ZieleDie Teilnehmenden werden mit hilfreichen Konzepten der mikropolitischen Theorie –  und deren konzeptioneller Erweiterung –  vertraut und können Macht- und mikropolitische Spiele im Systemkontext erkennen und einordnen. Sie erhalten Anregungen zur Reflexion eigener Handlungsspielräume und Grenzen. Die Teilnehmenden werden ferner dazu angeregt, eine eigene reflektierte Haltung zu Macht und mikropolitischer Einflussnahme zu entwickeln und Ihre eigenen mikropolitischen Kompetenzen zu erweitern. So können das eigene autonome Handeln gefördert und Strategien zur Erreichung eigener Ziele besser entwickelt werden.
Zielgruppe

Mentees aus dem Programm m-powerment

Das Angebot richtet sich an Personen, die ihre Rollen und Spielräume im eigenen Umfeld reflektieren möchten. Die Inhalte des Workshops sind jenseits des Wissenschaftskontexts auch für Karrieren in jedweden anderen beruflichen und persönlichen Kontexten relevant.

Vor- und NachbereitungIm Vorlauf erhalten die Teilnehmenden neben einer Reflexionsübung Einführungen zu den verwendeten Online-Tools; im Anschluss wird ein umfassendes Skript mit den Veranstaltungsinhalten sowie Hinweisen auf weiterführende Übungen und Literatur zur Verfügung gestellt.
Technische Voraussetzungen und Softwareinstallation

Stabiler Internetzugang erforderlich, PC oder Laptop mit Kamera, Mikrofon, ggf. Headset und notwendige Softwareeinstelleungen für die Nutzung der interaktiven Tools:

Im virtuellen Raum wird das Videokonferenz-System ZOOM in eigener Lizenz genutzt. Für Reflexionsübungen und Gruppenarbeit kommen GoogleDocs und ein interaktives virtuelles Whiteboard zum Einsatz.

Kursmaterial und MethodenDie angebotene Veranstaltung ist erfahrungsbasiert und partizipativ. Die folgenden Methoden kommen zum Einsatz:
  • sukzessive Inputs zu Begriffen und Modellen mit Praxisbeispielen
  • Moderation des Erfahrungsaustauschs im Plenum
  • Übungsanleitungen
  • Einzelarbeit und Kleingruppenarbeit
  • Arbeit an eigenen Beispielen oder Fallbeispielen
 
Arbeitseinheiten8 AE

Kompetenzbereich

Führungskompetenzen und -praxis
Maximale Teilnehmer:innenzahl15 TN
Leitung

Dr. Veronika Fuest ist zertifizierte Beraterin (systemische Transaktionsanalyse) und Trainerin. Umfassende Erfahrungen in der Wissenschaft: multidisziplinäre akademische Qualifikationen; Engagements in Verbundforschungsprojekten verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen sowie eigene Forschung einschließlich Akteurs- und Institutionenanalysen im Feld der Wissenschaft; im Wissenschaftsmanagement interne Beratung und Prozessmoderation sowie die Betreuung von Ombudsangelegenheiten; akademische Lehre (darunter Politische Anthropologie). Zudem Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit und Tätigkeiten als Sachverständige für BMBF, DFG und VolkswagenStiftung.

www.in-cooperation.com

Anmeldung

Die Anmeldung zum Workshop ist von 05.-25.10.22 hier möglich +++ Weiter zur Anmeldung +++

Eine Teilnahme an dem Workshop ist für Mentees aus dem Programm m-powerment kostenfrei.