Graduiertenakademie

Jahresprogramm: Ausblick

Die Graduiertenakademie organisiert verschiedene jährliche Veranstaltungsformate zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung und zur Vernetzung. Im Rahmen der Winter- und Sommerakademien werden regelmäßig Workshops zu Forschungsmethoden sowie zu Personal- und Sozialkompetenzen angeboten.

Die Sommerakademie findet jedes Jahr im Turnus an einer der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs statt. Die nächste Sommerakademie findet vom 12. bis 13. Juli 2019 in Karlsruhe statt. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldungen finden Sie in Kürze unter Veranstaltungen-Sommerakademie.

Das Zukunftsforum Bildungsforschung bietet jungen und etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von inner- und außerhalb der Pädagogischen Hochschulen die Möglichkeit, ihre (bildungswissenschaftlichen) Qualifikations- und Forschungsarbeiten zu präsentieren und mit Kolleginnen und Kollegen in einen interdisziplinären Austausch zu kommen.

2019 findet das Zukunftsforum an der PH Weingarten zum Themenbereich "Bildung und Nachhaltigkeit" statt. 

Jahresprogramm: Rückblick

Winterakademie 2019: Viertägiges Qualifizierungsangebot der Graduiertenakademie der Pädagogischen Hochschulen stieß bei Promotionsinteressierten, Promovierenden und Post-Docs auf großes Interesse

Entscheidungshilfe für Promotionsinteressierte, eine Feldforschungswerkstatt und effektive Publikationsstrategien – diese und sechs weitere Workshops standen auf dem Programm der Winterakademie 2019, zu der vorige Woche 75 Promotionsinteressierte, Promovierende und Post-Docs in Bad Herrenalb zusammenkamen. Veranstalter des viertägigen Qualifizierungsangebots zu Forschungsmethoden und Schlüsselqualifikationen für eine wissenschaftliche Karriere war die Graduiertenakademie der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs. Die gute Resonanz auf die zwölfte Auflage der hochschulübergreifenden Winterakademie bestätigt das Konzept des Formats, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Klausuratmosphäre nicht nur hochwertigen Input für alle Phasen des Promotionsprozesses und für die spätere Forschungsarbeit bietet, sondern auch vielfältige Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung.

„Zu erkennen, dass man in seinem Prozess der Auseinandersetzung nicht alleine dasteht, ist sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Übergang in eine neue Phase der akademischen Laufbahn ganz besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. Annette Worth, Leiterin der Graduiertenakademie und Prorektorin für Forschung und Nachwuchsförderung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Und eine Teilnehmerin des Workshops „Doktorhut steht mir gut?“ bilanziert: „Für mich war das vor allem eine Standortbestimmung. Es war sehr inspirierend und bereichernd, in Interaktion mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die eigene Position finden zu können.“ Sie ist im letzten Semester ihres Masterstudiums und interessiert sich für eine Promotion an einer Pädagogischen Hochschule. Die Pädagogischen Hochschulen verfügen über Promotions- sowie Habilitationsrecht.

Zum Programm der Winterakademie 2019
Der Bogen reichte von der Vorphase einer Promotion über die Phase der Entscheidung bis hin zu Planung und Konzeption eines Forschungsprojekts sowie zu forschungsmethodischen Fragestellungen der Datenerhebung und Datenanalyse. Außerdem zur Wahl standen Workshops zur Publikation der eigenen Forschungsergebnisse sowie ein Disputationstraining, das Promovierende bei der Vorbereitung auf die mündliche Doktorprüfung unterstützt. Das komplette Programm der Winterakademie finden Sie im Archiv der Veranstaltung.

5. Zukunftsforum Bildungsforschung: Frakturen der Migrationsgesellschaft - Politiken, Praktiken, Professionen

Von 16. bis 17. November 2018 fand an der PH Schwäbisch Gmünd das fünfte Zukunftsforum Bildungsforschung statt. Das Zukunftsforum ist eine bildungswissenschaftliche Nachwuchstagung, die von der Graduiertenakademie der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs organisiert wird. Es stand in diesem Jahr unter dem Titel "Frakturen der Migrationsgesellschaft – Politiken, Praktiken, Professionen".

Die Tagung beschäftigte sich mit Brüchen und Neufusionierungen der Migrationsgesellschaft und nahm dafür Institutionen der Bildung, der Kultur, der sozialen Fürsorge und des „Integrationsmanagements“ sowie alltägliche (Schaffens-)Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in den Blick. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten die Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten in einem interdisziplinären Umfeld zu diskutieren. Diesen Themen wurden über zwei Tage hinweg in insgesamt elf unterschiedlichen thematischen Panels mit 31 Vorträgen von Promovierenden, Post-Docs und arrivierten Forscherinnen und Forschern unterschiedlicher Fachgebiete nachgegangen.

Zudem wurde es durch zwei Keynote-Vorträge gerahmt. Am ersten Tag widmete sich Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl Ossietzky Universität Oldenburg) der Frage nach pädagogischer Professionalität in der Migrationsgesellschaft. Hierbei zeigte er, dass es im migrationspädagogischen Handeln zuallererst darauf ankommt, privilegierte Positionen und imperiale Lebensweisen herrschaftskritisch zu hinterfragen und auf strukturelle Ungleichheiten aufmerksam zu machen.

Am zweiten Tag hielt Prof. Dr. Thomas Faist (Universität Bielefeld) einen Vortrag zu transnationalen Perspektiven auf Migration. Diese hätten seiner Meinung nach den Vorteil, dass sie auf die Erfahrungskontexte von migrierenden Personen über Grenzen hinweg aufmerksam machen. Zudem stellte er mit Blick auf die Debatte um „Flüchtlinge“ die Frage zum reziproken Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Politik und diskutierte Perspektiven für ein stärkeres Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Tagung wurde geleitet von vier Wissenschaftler/innen der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, die für die notwendige Interdisziplinarität des Themas stehen: Juniorprofessorin Dr. Miriam Stock aus der Abteilung Cultural Studies eröffnete als Sprecherin des Scientific Boards die Tagung, in der wissenschaftlichen Leitung wurde sie unterstützt von Prof. Dr. Nazli Hodaie vom Fachbereich Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Prof. Dr. Stefan Immerfall, Institutsdirektor der Abteilung Soziologie sowie Dr. Margarete Menz aus der Abteilung Erziehungswissenschaft / Allgemeine Pädagogik.

Die Prorektorin für Forschung, Entwicklung und internationale Beziehungen der PH Schwäbisch Gmünd unterstrich in ihrer Begrüßungsrede die Aktualität und Brisanz dieses Themas, gesellschaftlich wie in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. „Für die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd ist dieses Thema in der Forschung ihrer Mitglieder zentral, nicht umsonst ist Interkulturalität neben Bildung und Gesundheit einer der drei Profilschwerpunkte der Pädagogischen Hochschule.“

Am Freitagabend wurde im Rahmen der Tagung das neu gegründete Zentrum für Migrations- und Integrationsstudien "Migration - Gesellschaft - Schule" (kurz: MiGS) feierlich eröffnet, das gesellschaftlich und bildungsinstitutionell relevante Aspekte, Felder, Entwicklungen und Bedürfnisse im Umfeld von Migration und Flucht aufgreift und neue Forschungen praxisnah anstößt, mit besonderer Berücksichtigung ländlicher Räume und Kontexte.

Über die Graduiertenakademie

Die Graduiertenakademie ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs, deren zentrales Ziel die Nachwuchsförderung in der Bildungsforschung ist. Zu diesem Zweck stellt sie ein hochschulübergreifendes Qualifizierungsprogramm bereit, das der interdisziplinären wissenschaftlichen Weiterqualifizierung und Vernetzung dient. Auf diese Weise werden NachwuchswissenschaftlerInnen auf die komplexen Herausforderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet.